Mittwoch, 1. August 2018

Ein Traum rückt näher


Am 8. August ist es soweit. Ich mach mich auf den Weg zu meiner Tour, welche mich über 5000 Km zu vielen Radbahnen in Europa bringen soll. Hier ein Bericht in der OÖ Nachrichten und einer in Tips.

Während der Planung in den letzten Wochen hat sich die Strecke insgesamt doch noch geändert. So musste ich Irland kappen und hänge dafür Strecken, die über die Schweiz führen, dazu. In England ist noch London mit dazugekommen, wobei sich zusätzlich auch in Liverpool was auftun könnte. Das Ende der Tour lasse ich an dieser Stelle noch etwas offen, aber eines kann ich verraten: Ein Treffen mit Geraint Thomas liegt im Bereich des Möglichen!-) So sieht der momentane Zeitplan für das erste Monat aus:
 
Mi. 08.08.2018
Linz
Hirschenschlag (A)/Nová Bystřice
Do. 9.
Hirschenschlag
Chrudim/Slatinany (CZ)
Fr. 10.
Chrudim
Nova Ruda (PL)
Sa. 11.
Nova Ruda
Wroclaw
So. 12.
Wroclaw
Görlitz/D
Mo. 13.
Görlitz
tba
Di. 14.
tba
Leipzig Radrennbahn
Mi. 15.
Leipzig Radrennbahn
Radrennbahn Andreasried
Do. 16.
Radrennbahn Andreasried
Göttingen
Fr. 17.
Göttingen
Bielefeld
Sa. 18.
Bielefeld
Münster
So. 19.
Münster
Apeldoorn
Mo. 20.
Apeldoorn
Alkmaar
Di. 21.
Alkmaar
Hoek van Holland
Mi. 22.
Hoek van Holland
Harwich
Do. 23.
Harwich
Peterborough
Fr. 24.
Peterborough
Derby
Sa. 25.
Derby
Mansfield, Forest town
So. 26.
Mansfield
York sport velodrome
Mo. 27.
York
Middlesbrough
Di. 28.
Middlesbrough
Arnside
Mi. 29.
Arnside
Formby
Do. 30.
Formby
Llandudno
Fr. 31.
Llandudno
Aberystwyth
Sa. 1.9.
Aberystwyth
Carmarthen
So. 2.
Carmarthen
Cardiff
Mo. 3.
Cardiff
Newport
Di. 4.
Newport
Bournemouth
Mi. 5.
Bournemouth
Calshot
Do. 6.
Calshot
Portsmouth
Fr. 7.
Portsmouth
Brighton
Sa. 8.
Brighton
London
Sollte jemand unter euch sein und mich auf Teilstrecken begleiten wollen, so schreibt mir einfach ein E-Mail  an johannes.staudinger@velodrom-linz.at oder eine Nachricht über facebook.com/ride53. Da lässt sich sicher was einfädeln.
Und, wenn ihr beim Tour-Start am 8. August mit von der Partie sein könnt, was mich freuen würde: Treffpunkt ist am Linzer Hauptplatz vor dem Alten Rathaus um 7 Uhr 45,  bevor es um 8 Uhr auf geht zu den unendlichen Welten des Velodrome-Universums.

Donnerstag, 12. Juli 2018

Finale! - Auf zu den Velodromen! - 900 Km von Linz nach Novo Mesto und retour

Fortsetzung von "Auf zu den Velodromen! - Teil3"


Am 19. Mai um 18 Uhr fuhr ich nach sechs Tagen und 900 schönen, teils anstrengenden Kilometern in den Beinen am Linzer Hauptplatz ein. Wie zuvor mit meiner Frau telefonisch vereinbart, trafen wir uns dort gemeinsam mit meinem Stiefsohn Oscar.


Wieder zuhause am Linzer Hauptplatz!
Der kleine Empfang war herzlich, und fragte ich mich beim Start sechs Tage zuvor, ob ich überhaupt wegfahren sollte, so war in diesem Moment ein Gefühl aufgekommen, als wäre ich nie weg gewesen. Also, wo war ich? War ich bei der Fahrt kopfmäßig mit Navigation, Wetter und Zielerreichung beschäftigt, so waren meine Gedanken oft auch bei Familie, Freunden, Vergangenheit und Vorstellungen über die Zukunft. Wie wird meine ride53-Tour mit Start am 8. August verlaufen?

Zwei Tage zuvor am 17. Mai musste ich das Hotel in Kranj leider ohne Frühstück verlassen. Obwohl ich mich am Vorabend noch einmal erkundigte, ob ich um 7 Uhr damit rechnen könne, wurde auf mein Frühstück vergessen. Im Gebäude selbst befanden sich auch nur eine Reinigungskraft, die von nichts wusste, und ich, der hungrig war. Noch dazu wo ich so sehr auf zeitliche Regelmäßigkeit beim Essen stehe! Ich half mir mit den restlichen Müsliriegeln darüber hinweg, wobei ich schon etwas länger brauchte, um halbwegs in die Gänge zu kommen. Eine frische Brise wehte mir auf meinem Weg Richtung Österreich entgegen, und ich war gespannt, wie sich wohl die Überfahrt über den Loiblpass gestalten würde. Am Vorabend im Hotel wollte ich mich im Internet noch über Steilheit und Länge des Passes informieren. Ich stieß dabei auf Informationen über die Mauthausner Außenlager während des NS-Regimes nördlich und südlich des Passes, was mir leider bis dorthin nicht wirklich bekannt war. Für mich war diese Tatsache interessant, veranstalteten wir mit unserem Verein wenige Wochen zuvor, am 6. Mai, die Tour Gino Bartali von Linz nach Mauthausen. Den Gedenkstätten am Loiblpass werde ich 2019 eine eigene Tour widmen!
Die Passstraße von der Südseite zieht sich mit langen Rampen hinauf in eine wunderschöne alpine  Landschaft. Oben angekommen, musste ich leider durch diesen äußerst unangenehmen Tunnel, wo man als Radfahrer voll der Lärmkulisse des durchrauschenden Autoverkehrs ausgeliefert ist, auf die österreichische Seite. Nach dem Grenzposten, wo ich nur kurz gefragt wurde, ob ich eh einen Pass dabei hätte, ging es dann steil, gespickt mit vielen Kehren, runter ins Kärntner Land. Vor Ferlach legte ich noch einen kurzen Zwischenstopp bei der Tscheppaschlucht  ein, um auf einer Brücke die in der Luft aufwirbelnden Gischtperlen eines kleinen Wasserfalls als willkommene Abkühlungsgelegenheit zu genießen.
Gischtperlen in der Tscheppaschlucht
In Ferlach war dann eine Pause bei einem Geschäft angesagt, um meine Speicher wieder zu füllen. Vor der Eingangstür wurde ich Zeuge, wie ein Geldeintreiber auf einen im Schatten kauernden Bettlerjungen einredete, dass er seine Betteleinnahmen in den nächsten Tagen drastisch steigern müsse. Der Junge ließ sich nur kurz auf ein Streitgespräch ein bevor er seinem Drangsalierer entschlich, wobei der Geldeintreiber die vorbeischlendernden Einkäuferinnen mit einem verschmitzten Lächeln grüßte und dabei ein paar Münzen in seiner Hand salopp kreiseln ließ.


Die Sonne wurde stärker. Ich entschied mich mein langes Gewand gegen eine kurze Hose und ein kurzes Jersey zu wechseln. Das Navigationsgerät führte mich über eine Staustufe des Ferlacher Stausees, was wunderschön war, mich aber sogleich mit meinem Renner in eine waldige, steil bergauf führende Mountainbikestrecke führte. Dort machte ich sicher auf einen Kilometer zwei Kilometer, da mir permanent das Hinterrad auf dem feuchten Boden durchrutschte. Endlich oben angekommen, rollte ich Klagenfurt wieder auf Asphalt entgegen. Von Osten und Norden waren dunkle Wolkenformationen am Vormarsch, in welche ich mich direkt reinbewegte. Kurz vor Klagenfurt, in Lambichl, wollte ich mir bei einem Radgeschäft meine Reifen aufpumpen, immerhin, seit Start in Linz oder knapp 600 Km habe ich keine Luft nachgefüllt. Leider war das Geschäft auf Mittagspause und ich musste wo anders mein Glück versuchen. Beim Wegrollen, als ich in meine Pedale reinklicken wollte, hob ich kurz den Kopf, um einen Überblick beim Einbiegen in die Verkehrsstituation zu bekommen, erspähte ich ein seltsames Ensemble mit Jörg Haider-Bildern und leuchtenden Kerzen. Es wirkte wie ein kleiner Altar. Hier dürfte der tödliche Unfall des Kärntner Politikers geschehen sein. Komisch, wirkte doch die räumliche Situation der Unfallstelle in den von den Medien kolportierten Bildern insgesamt größer, aber in Wirklichkeit war alles ganz klein. In Klagenfurt zogen dann die Wolken so finster zu, dass ich kurz darüber nachdachte bereits ein Quartier zu beziehen. Aber ich hatte noch nicht genug Tageskilometer abgespult und fuhr weiter in die Finsternis.
Über St. Veit an der Glan führte mich der Radweg direkt nach Hirt zur bekannten Brauerei. Der Radweg ist direkt durch das Betriebsgelände geführt, wobei ein Hinweisschild darauf aufmerksam macht, dass Radfahrer am Betriebsareal abzusteigen hätten. Welch Witz, sind doch bei der Brauerei ein Biershop und ein Wirtshaus angegliedert. Ich nahm diese Einladung abzusteigen an und gönnte mir eine kleine Jause. Trotz stark aufkommender Winde setzte ich meine Reise Richtung Norden fort. Luft für meine Reifen konnte ich letztendlich in der von mitteralterlichen Bauwerken strotzenden Stadt Friesach einheimsen. Brav stellte ich mich im Fahrradladen von Familie Wulz hinter den anderen Wartenden an, um mir die Pneus wieder richtig aufpumpen zu lassen. Ein junger Kerl mit schmierigen Händen nahm sich meiner an, schnappte das Rad und schob es in die dunkle Werkstatt. Er fragte mich, ob ich auf Durchreise sei und ich erzählte ihm von meiner 900 Km – Tour Linz, Novo Mesto, Linz. Leise murmelte er in sich hinein „Ein Narrischer“, zog das Ventil ab und wünschte mir noch alles Gute auf dem Weg nach Hause. Die nächsten Kilometer waren nicht besonders attraktiv, führte der Radweg entweder direkt neben oder auf stark befahrenen Straßen. In Scheifling fuhr ich aufgrund eines Hinweisschildes zum Gashof Götzl, wo ich mir ein Zimmer nahm. Ich war der einzige Gast und genoß alleine in der rustikalen Gaststube eine saure Sulz. Im Nebenzimmer saß die Alt-Wirtin und schaute fern.

200 Kilometer hatte ich noch vor mir. Am Morgen sattelte ich mein Fahrrad auf, während mir der Hausherr, selbst Radsportler, noch Tipps gab, wie ich am besten fahren könnte. Die Alternativen waren nicht allzu groß, eigentlich gab es nur eine Variante, welche ich dann auch in Angriff nahm.
Kurz vor Pöls
Das frischgrüne Murtal führte mich bis nach Pöls, von wo weg ich die sanften Stufen bis nach Hohentauern nahm.
Der Hrinkow-Renner in Hohentauern
Zuvor hatte ich ein wenig Schiss vor dieser Strecke, denn ich kannte sie von Autofahrten und bewunderte immer Radfahrer, die dort hochfuhren. Es war aber wirklich mäßig. Viel wilder war für mich die anschließende Abfahrt nach Trieben, wo ich mit 70, 80 Km/h über den holprigen Asphalt schoss. Erleichtert erreichte ich Trieben, die Sonne kam raus und ich rollte über, für mich bis dahin unbekannte Straßen nach Liezen. Ich huschte noch kurz in einen Supermarkt, um mich mit Proviant auszustatten. Danach ging es zum Phyrnpass hoch Richtung steirisch-oberösterreichische Grenze. Auch dieser Anstieg war nicht allzu arg, aber ich musste mich über zu knapp überholende Autofahrer ärgern, denen ich oft den Stinkefinger hinterherwinken und ein „Oida, spinnst!?“ nachrufen musste. Bei der Abfahrt vom Phyrnpass erwischte mich der Regen, der mich ab nun bis zum türkis glitzendernden Steyr-Stausee in Klaus begleiten sollte.
Türkis, oder?
80 Kilometer von zuhause entfernt, setzte ich eine Nachricht auf Facebook ab, dass ich um 18 Uhr am Linzer Hauptplatz eintreffen würde, um feierlich ein Bierchen zu heben.


Am 8. August starte ich zu meiner 53-tägigen Tour zu 20 Velodromen in Europa, wer mich unterstützen möchte, kann das hier tun: https://paypal.me/pools/c/811OU4EyXz oder schreibt mir ein E-mail an johannes.staudinger(at)velodrom-linz.at

Donnerstag, 28. Juni 2018

Auf zu den Velodromen! - Teil 3

Fortsetzung von "Auf zu den Velodromen! - Teil2": https://ride53.blogspot.com/2018/05/auf-zu-den-velodromen-teil-2.html

Ich bezog das Hotel Terme Krka im Zentrum von Novo Mesto. Der Preis für diese eine Nacht war relativ stolz, aber um diese Uhrzeit nach sovielen Kilometern war mir der Preis halbwegs egal. Den Renner durfte ich in einem Abstellraum unterbringen. Schade, das Hotel hätte eine Saunalandschaft im Angebot gehabt, und ich wäre ja ein Saunaliebhaber und hätte einen Saunapunkt mit nachhause bringen können, aber es war einfach schon zu spät. (Zur Erklärung: Saunapunkte wurden von einer Runde Freunde, wo auch Harald Huckey Renner dabei war, gesammtelt, dh. immer wenn von uns jemand in eine andere Sauna ging als in unserer Heimatstadt Linz, so konnten wir zuhause hinausposaunen, dass wir einen neuen Saunapunkt hätten. Aber wir führten nicht wirklich eine Liste darüber.) Am Zimmer schälte ich mich aus meinem Radgewand, duschte mich und machte mich spät abends noch auf die Suche nach einem kleinen Snack. Gleich neben dem Hotel gab es eine Bar wo das Europa League-Finale Atletico Madrid gegen Olympique Marseille übertragen wurde. Ich machte es mir gemütlich, bestellte ein großes Lasko um 2,30 und erkundigte mich, ob es denn noch eine Kleinigkeit zum Essen gäbe. Der Kellner meinte, dass er nur Eis hätte, und kurz darauf ergänzte, und Erdnüsse. Ich entschied mich für die Erdnüsse, schlürfte ein, zwei Bierchen und kämpfte mit kleinen auf- und abschwellenden Krämpfen in den Beinen. Die Nacht war anstrengend, da ich meinen ganzen Körper von den 235 Km zuvor spürte. Am Morgen beim Frühstück mischten sich Wellness-Gäste mit Geschäftsreisenden am Buffet. Da ich beruflich auch oft alleine unterwegs bin, konnte ich die leeren Blicke der allein frühstückenden Außendienstler nachvollziehen. Witzig, war ich doch mit dem Rad ebenfalls alleine unterwegs, aber ein Gefühl eines alleine reisenden Außendienstlers kam nicht in mir auf. Es war anders! Es war viel, viel besser! Um halb Neun, nachdem ich noch mit einem ungläubig dreinschauenden Rezeptionisten über meine Tour plauderte, schwang ich mich auf's Rad und rollte bei Sonnenschein raus aus der Stadt Novo Mesto Richtung Westen, um die Radrennbahn zu suchen. Schnell war das historische Zentrum hinter mir, durchfuhr ein kleines Gewerbegebiet und bald stand ich vor dem Velodrom Novo Mesto. Das Oval lag hinter einem kleinen Wald, relativ ruhig, eine Plattenbausiedlung stand in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Straße von der Stadt zum Velodrom war neu asphaltiert. Die Stadt dürfte hier insgesamt mehr vorhaben. Wie schon im Blog-Post zuvor beschrieben, wurden gerade Arbeiten am Velodrom durchgeführt, besser gesagt wurde groß umgebaut. Ein Befahren der Bahn war nicht möglich.
Restaurierung und Umbau des Velodroms in Novo Mesto

Das Holz ist morsch.
Aus slowenischen Zeitungsartikeln und unter Zuhilfenahme von google-translate konnte ich nachlesen, dass sich die Stadt mit Slowenischem Radverband, Triathlon-, Leichtathletikverband und Olympischen Komitee zusammengeschlossen hat, um die offene 250-Meter Holzbahn zu restaurieren und generell zu überdachen. Dieser Verbund wendet dafür ungefähr 2,7 Millionen Euro auf. Nächstes Jahr sollte es fertig sein, wo ich es hoffentlich wieder schaffen werde, Novo Mesto zu besuchen. Eigentlich war hiermit meine Trainingsmission erfüllt und ich hätte mich direkt auf den Rückweg nach Linz machen können. Aber, vor ungefähr einem Jahr fand ich einen Artikel über den Umbau eines Gymnasiums in Kranj, in welchem die Rede von einem Velodrom war, und so wagte ich den Rückweg nach Linz über den Umweg nach Kranj. Mein Weg führte mich durch den Speckgürtel von Novo Mesto an einer Romasiedlung vorbei. Kinder und Frauen saßen zwischen Blechhütten am staubigen  Boden, Kabelstränge hantelten sich von Dach zu Dach, Männer hievten gebrauchte Möbelstücke aus Minitransportern. Der Geruch der Möbel vermischte sich mit dem von der Sonne aufgewärmten Wind. Nun ging es bergauf, bergab über die Landstraße durch kleine Dörfer. Immer wieder tauchte vor mir ein Hügel mit Kirchturmspitze auf, wobei dahinter genussvolle Abfahrten warteten. Vor einem Dorf am Wegesrand war eine Familie auf einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb damit beschäftigt, Hühner zu schlachten. So trieb es mich vorerst Richtung Ljubljana. Irgendwie wollte ich Ljubljana ausweichen, aber andererseits zog es mich wie magnetisch rein in die Stadt. Zuletzt war ich in den 1990ern dort, immer wieder in Sachen Kunst und Musik. Einmal als DJ für das Schwertberger Kunstlabel NurSchrec, später mit meiner Band Flavor Force Posse. Diesesmal, wenn schon
Ljubljana, war ich daran interessiert, wie es um den Verkehr dort steht? Oft konnte ich lesen, dass diese Stadt nun eine fahrradfreundliche sei. Ich fuhr direkt durch's Zentrum. Touristen, Radfahrer, Fußgänger, Autos, Mopeds alles in Massen. Es war ziemlich stressig und ich wollte ehest wieder raus, was mir nicht leicht fiel. Ein wenig fühlte ich mich wie in einem Labyrinth, da ich immer wieder durch plötzlich auftauchende Baustellen, oder unklare Radwegbeschilderungen meine Richtung ändern musste. Endlich gelangte ich zur Save, an welcher ich mich bis nach Kranj voranhanteln konnte.
Fahrradbrücke über die Save
In Kranj war es dann nicht allzu schwierig die Radrennbahn zu finden. Ein junger Radrennsportler des Fahrradklubs Kolesarski Klub Kranj überholte mich auf einer Brücke und ich folgte ihm bis zur Bahn. Dort angekommen scharten sich junge Radsportler, um auf ihre Trainer für eine gemeinsame Ausfahrt zu warten. Ich rollte auf die Bahn und drehte ein paar Runden mit vollem Gepäck. Die Kurven sind nicht sehr steil, eher moderat, was bei Bahnen aus Beton und um die 400 Meter meistens auch die Regel ist. Aber der Belag war gut im Schuss, kaum Unebenheiten, und so konnte ich sanft dahingleiten. In der Mitte der Bahn befindet sich ein Fussballplatz, was viele Bahnen im Freien oft eint, so auch die Bahn des Bayrischen Clubs in Niederpöring, welchen ich bereits im April besuchen konnte. Beim Klubhaus traf ich dann eine nette Frau, welche beim Klub für das Marketing angestellt ist. Sie verwies mich gleich an Bojan Ropret einen Jugendtrainer des Klubs. Er erzählte, dass der Kolesarski Klub Kranj der zweitstärkste Sloweniens sei und das sie um die 60 Jugendfahrerinnen betreuen. Er selbst fuhr in den 1980ern für Jugoslawien bei der Österreich Radrundfahrt mit und war sogar im gelben Trikot, konnte sie aber leider nie gewinnen. Leider musste er zu seinen Kids und das Training starten, wir hätten sicher noch länger plaudern können.
Die Bahn des Kolesarski Klub Kranj
Die Bahn ist frei zugänglich und befahrbar
Ich hatte erst 120 Km seit Novo Mesto hinter mir und umgerechntet noch 340 Km bis nach Linz vor mir. Wie sollte ich mir die restlichen beiden Tage einteilen, standen mir doch noch der Loiblpass, Hohentauern und der Phyrnpass bevor? Ich war hungrig und fuhr zuerst mal in das Zentrum von Kranj, welches wunderschön und immer einen Besuch wert ist. Am Rande der Altstadt fand ich eine Pizzaria, wo ich mich inmitten Südkoreanischer Touristen im Gastgarten an Nudeln und einem Bier labte. Es kam starker böiger Wind auf, die Wolken zogen zu und es began zu regnen. Ich wollte noch einige Kilometer Richtung österreichischer Grenze gut machen, aber Regen und Dunkelheit jagdten mich wieder nach Kranj zurück. Ich bezog die Layer's Art Residence, ein kleines Hotel in den schmalen Gassen der Altstadt. Hier wird Kunst und Gastfreundschaft leger miteinander verknüpft. Das Rad konnte ich in der Galerie des Hotels unterbringen und ich blickte aufgeregt Richtung Loiblpass, mit den Gedanken an die bevorstehende Strecke. Zum Abschluss dieses Blog-Beitrages nur noch ein Tipp!-) VSB

Am 8. August starte ich zu meiner 53-tägigen Tour zu 20 Velodromen in Europa, wer mich unterstützen möchte, kann das hier tun: https://paypal.me/pools/c/811OU4EyXz
Der Tourenrenner in der Galerie



Blick aus dem Hotelzimmer Richtung Loiblpass

Montag, 28. Mai 2018

Auf zu den Velodromen! - Teil 2

Fortsetzung von "Auf zu den Velodromen! - Teil1": https://ride53.blogspot.com/2018/05/auf-zu-den-velodromen-teil1.html

In Trofaiach angekommen durfte ich mich meiner durchnässten Kleidung entledigen und mein Gastgeber reichte mir ein Bierchen als Willkommenstrunk. Den Tourenrenner konnte ich sicher in einem Trockenraum unterbringen. Nun hatte ich 170 Km hinter mir und noch geschätzte 250 vor mir, um Novo Mesto zu erreichen. Mein Plan war diese 250 Km gemütlich auf zwei 125 Km Strecken aufzuteilen, um dann in Novo Mesto am späten Nachmittag noch Zeit zu finden das Velodrom zu besuchen. Trofaiach ist eine kleine Stadt mit keinen großen Betrieben, die Stadt tut aber einiges, um sie besonders lebensfreundlich zu gestalten, weswegen großer Zuzugsdrang aus den umliegenden Regionen herrscht. Wir besuchten am Abend noch das Cafe Charivari, eine Mischung aus Linzer Aquarium und Extrablatt, im Zentrum von Trofaiach, wo wir plaudernd den Abend ausklingen ließen.

Über Nacht hat es sich richtig eingeregnet und die Wettervorhersagen waren ernüchternd. Regen, Regen, Regen. Nach dem Frühstück packte ich mich in meine lange Fahrrad-Panier, verabschiedete mich von meinen Gastgebern und startete um acht Uhr hinaus in den kalten Regen Richtung Slowenien. Über Traboch gelangte ich zum Murtalradweg von wo ich dann über Zeltweg, Obdach, Wolfsberg bis an die Slowenische Grenze wollte. Nur war ich nach 20 Km bereits so vom Regen durchgeweicht, dass ich gezwungen war nach einer Lösung zu suchen, wo ich mich umziehen und meine Sachen trocknen könnte. Wie weit sollte ich überhaupt kommen? Vor mir hingen die schwarzen Regenwolken tief und es war kein Loch im Himmel zu entdecken, durch welches die Sonne hätte lächeln können. Ich überlegte, ob ich nicht eine Rot Kreuz-Station aufsuchen sollte, um mich dort wieder einigermaßen in Form zu bringen. Ich bin keine 40 Km gefahren, kurz vor Knittelfeld, da rief mir eine Frau vor einem Geschäft zu, ob sie mich wo hinbringen könne, weil so kannst du nicht weiterfahren, da wirst du krank! Sie kenne sich aus, sie war selbst Rennradfahrerin. Sie schlug vor, mich nach Knittelfeld in ein Hotel zu bringen, wo ich erst mal abwarten solle, denn das Wetter würde nicht besser werden. Dieses kleine Zusammentreffen ließ mich einlenken und da Knittelfeld nur mehr einen Kilometer vor mir lag, fuhr ich noch selbst dort hin um mir ein Zimmer zu suchen. Bevor ich aber eincheckte bog ich noch kurz zum Bahnhof ein, um mich über eventuelle Zugverbindungen nachhause nach Linz zu erkundigen, denn das Wetter sollte nicht besser werden. Ich telefonierte in der Schalterhalle mit meiner Frau Evelyn, dass ich wahrscheinlich abbrechen müsse, weil es unter diesen Umständen kein ordentliches Weiterkommen gäbe. Sie riet mir einfach mal ins Hotel zu fahren und den morgigen Tag abzuwarten, was ich fröstelnd und allzugern befolgte. Kurz vor Mittag hatte ich im Zentrum von Knittelfeld im fahrradfreundlichen Paul's eingecheckt, das Rad sicher im Keller abgestellt und am Zimmer begonnen mit dem Föhn meine Sachen zu trocknen. Ich rastete mich richtig aus, schlief am Nachmittag und beobachtete online die Wettervorhersagen, während draußen der Niederschlag langsam schwächer wurde. Dieser Dienstag der 15. Mai hat mich einigermaßen in meinen Plänen zurückgeworfen. Wenn ich halbwegs in der Zeit bleiben wollte, um am Mittwoch noch Novo Mesto zu erreichen, blieb es mir nicht aus über 200 Km zu radeln. Ich checkte mittels Google Maps und dem neuen Garmin-Navigationsgerät die gesamte vor mir liegende Strecke nach Fixpunkten, welche es zu durchfahren galt und schrieb sie mir auf einen Notizzettel, welcher mir dann als Grobnavigation, befestigt auf dem Lenker, dienen sollte. In einem Regionalblatt war am Titelblatt zu lesen, dass es in Teilen der Steiermark Überflutungen gab. Mich wunderte nichts mehr.

 Am Morgen des Mittwochs zog ich zuerst die Vorhänge in meinem Zimmer zur Seite, um zu sehen, wie es um das Wetter stand. Es nieselte ein wenig und die Wolken verkeilten sich noch immer ineinander. Aber es war besser als am Vortag! Ich eilte in den Frühstücksraum, schlang Kaffee und Brötchen in mich rein und checkte aus dem Hotel aus. Pünktlich um acht Uhr startete ich mit vollem Gepäck Richtung Zeltweg. Schien es Richtung Süden blickend doch etwas bedrohlich was das Wolkenaufkommen betraf, so blinzelte mir dann doch immer wieder die Sonne ein wenig ins Gesicht. Bei Zeltweg ging es dann über Obdach bis nach Wolfsberg, wobei hier teilweise ganz gute Radwege angeboten werden, die einen durch Wälder und über Schotterwege führten. Kurz vor Wolfsberg war die Beschilderung der Radwege nicht ganz eindeutig und ließ mich sinnlos im Kreis fahren. Doch rollte ich noch vor Mittag durch Wolfsberg und weiter entlang der Lavant bis nach Lavamünd, wo ich am Stadtplatz eine einstündige Mittagspause bei Frankfurter Würstel, Eis und Kaffee genoss. Jetzt kam auch die Sonne durch. Ich erkundigte mich im Gasthaus, ob sie wüssten, wie denn das Radwegnetz in Slowenien beschaffen sei, aber man wusste dort nicht viel darüber. Proviant besorgte ich mir noch im Supermarkt, ebenfalls gleich am Stadtplatz, bevor ich mich auf das Rad schwang. Neugierig rollte ich Richtung Grenze. Die österreichischen Grenzposten winkten mich durch, auf slowenischer Seite waren keine Grenzbeamten zu sehen.

Fesch schaute es aus in Slowenien! Es kam gute Stimmung in mir auf, hatte ich doch bereits 100 Km hinter mir und sollten es in etwa nur noch 120 Km bis Novo Mesto sein. Bei einem Schnitt von immer ein wenig über 20 km/h sollte ich um ca. halb acht Uhr abends dort angekommen sein, rechnete ich mir aus. Die gute Stimmung wurde jedoch gleich eine Spur getrübt, weil ich bis Mislinja starken Gegenwind hatte, bevor ich in windgeschützteres, bergiges Gebiet kam. Meine Notizen schickten mich dann über sanfte Anstiege rauf nach Vitanje. Ab und zu waren kleine, steile Stiche in der Strecke, welche mir mit meinem Tourenrenner keine größeren Probleme bereiteten. Nach Vitanje konnte ich eine lange, landschaftlich wunderschöne Abfahrt genießen. Arbeiter saßen mit rußigen Gesichtern vor ihren kleinen Schlossereien und Schmieden und machten Feierabend, schroffe Felsmauern begleiteten mich an den Seiten des Fluss' Hudinja bevor ich raus, weiter nach Celje rollte. Celje wirkte groß und umtriebig. Leider ging sich kein Zwischenstopp aus, vielleicht beim nächsten Mal. Mit dem Frühabendverkehr trieb es mich bis nach Lasko, dorthin von wo auch das bekannte Bier stammt, das mit dem Gaisbockkopf drauf. So einladend auch Lasko auf mich wirkte, ich musste weiter, denn bald fing es an zu dämmern. Im Kopf ging es mit meinen Gedanken schon hin und her, ob ich es noch bis nach Novo Mesto schaffen könne, oder ich mir gleich eine Unterkunft suchen solle?
Mein Navigationsgerät deutete mir, dass es nur mehr 30 Km bis nach Novo Mesto seien. Mit dieser Information konnte ich leben, da es ca. halb sieben am Abend war, und ich nach meinen Neukalkulationen mittlerweile um 8 Uhr am Ziel sein könnte, ohne noch extra die Lichter zu montieren. Einmal steuerte ich noch eine Tankstelle an, um mich mit Getränken zu versorgen. Ich fragte den freundlichen Kassier, wie weit es den seiner Ansicht noch sein könnte? Oh it is a long distance, 60 Km?! Geschockt nahm ich seine Auskunft zur Kenntnis, verdrängte sie und vertraute auf meine Notizen und Geräte. Nach wenigen Kilometern wurden meine Pläne bestätigt, die Orte Hotemez, Krmelj, Sentjanz und Mokronog kündigten sich über Wegweiser an. Kurz kam Erleichterung auf, nur handelte es sich um ein Strecke, die mich abends von den schattigen Tälern nochmal in steile sonnenbestrahlte Hänge schickte. Ich rechnete ab diesem Zeitpunkt mit allem! Lächelnd nahm ich die steilen Flanken in Kauf und freute mich umso mehr, nachdem ich oben angekommen war, versteckte Dörfer durchradeln durfte. Schmale Straßen führten mich dann runter nach Mokronog. Ein kleiner, zusammengeräumter Ort mit einem Wappen, welches sich mir einprägte: Eine Fußsohle mit Zehen von unten betrachtet, dem gegenübergestellt sind blaue Trauben, ein Weinblatt und ein Schlüssel. Der Anblick des Wappens dürfte mich verunsichert haben, da ich im Zentrum von Mokronog (dt. Nassefuß) damit konfrontiert war, das mich das Navigationsgerät nach rechts geschickt hätte und der Wegweiser nach links. Ich drehte verzweifelt unnötige Runden im Ort, als ich bei einem Geldautomaten einen jungen Familienvater fragen konnte, was der richtige Weg wäre. Im auf ihn wartenden Auto saßen seine Frau und seine Kinder drückten sich auf den Scheiben ihre rotzigen Nasen platt. Er dirigierte mich mit weitausholenden Handbewegungen und nettem Deutsch um die Kirche, wo der Weg nach links Richtung Novo Mesto führte. Die letzten Hügeln nahm ich mit einem Tempo als würde ich mich auf den letzten Kilometern vor meinem Zuhause befinden, wobei es mir nicht ausblieb doch noch die Lichter zu montieren. Die abendliche Luft war feucht und der Verkehr ließ erkennen, dass eine Stadt in der Nähe lag. Um 20 Uhr 40 erreichte ich die Ortstafel von Novo Mesto! Nach der Tagesdistanz von 235 Km konnte ich die Versäumnisse durch den Regentag zuvor wieder reinfahren und so meinen Zeitplan halbwegs treu bleiben. Nur die Radrennbahn zu besuchen, ging sich an diesem Abend nicht mehr aus.

Stay tuned for Teil 3!

Freitag, 25. Mai 2018

Auf zu den Velodromen! - Teil1

Bevor ich mich am 8. August auf meine große Tour @ride53 begebe, wo ich in 53 Tagen an die 5000 Km vor mir habe und soviel wie möglich an Informationen über Europäische Radbahnen und Velodrome sammeln möchte, ist es natürlich im Vorfeld unerlässlich sich zumindest einmal einem Test zu stellen. In meinem Fall plante ich eine Fahrt von ungefähr 850 Km mit meinem Hrinkow-Tourenrenner in sechs Tagen von Linz nach Novo Mesto, Slowenien und retour zu fahren. Vor dieser Tour hatte ich bereits einige Kilometer in den Beinen und ich fühlte mich grundsätzlich dieser selbst gestellten Aufgabe gewachsen, konnte ich doch auch über den Winter bei Kieser Training in Linz meinen Muskelapparat in Schuss bringen, soweit dies bei einem 47-jährigen eben noch möglich ist. Geplanter Start für den Test war Montag der 14. Mai. Das Wochenende zuvor war zermürbend, da wir meinen lieben Freund und künstlerischen Weggefährten Harald Huckey Renner zu Grabe tragen mussten. Viel zu früh ist er im Alter von 51 Jahren von uns gegangen. Ich durfte ihm zum Abschied noch ein T-Shirt unserer Gino Bartali Tour von Linz zur Befreiungsfeier nach Mauthausen zu seiner Urne ins Grab legen. Huckey, Mitglied unseres Vereines Velodrom Linz, sagte bei einem unserer letzten Telefonate, dass er noch liebendgerne bei der Befreiungsfeier am 6. Mai mit dabei gewesen wäre. Am 1. Mai 2018 schloss er seine Augen.
Den Tag vor dem Start nutzte ich um meine Ausrüstung vorzubereiten. Freunde unterstützten mich bereits im Vorfeld mit diversen Hilfsmittel, wie einer GoPro-Kamera, einem Garmin-Navigationsgerät oder einer Rahmentasche für einen Teil meines Gepäcks, wobei diese auf meiner Tour auch getestet werden wollten. Ich beschloss mit zwei Garnituren Radgewand mich auf den Weg zu machen. Eine trug ich während der Fahrt, die zweite verstaute ich in der Rahmentasche. In der hinteren Satteltasche verpackte ich Kleidung, wie ein T-Shirt, eine Sporthose, eine leichte Jacke und Sneakers. Wichtig und nicht zu vergessen waren kleine Werkzeuge und die Toilettsachen, besonders die Baby-Wundcreme für meinen Allerwertesten. Grundsätzlich, so scheint mir, liegt in solchen Vorbereitungen eine eigenartige Stimmung in der Luft, wird man das Haus doch für einige Tage verlassen und kann den Ausgang der Tour noch nicht fassen. Ein wenig haderte ich mit mir selbst, fahr ich morgen wirklich weg? Man ist fokusiert und nimmt seine Umgebung während der Vorbereitungen nur mehr schemenhaft wahr. Irgendwie hätte ich darauf gewartet, dass mich meine Familie darum bittet es mir doch noch mal zu überlegen und lieber zuhause zu bleiben, aber ich dürfte einigermaßen entschlossen gewirkt haben. Neben der ganzen Einpackerei kontaktierte ich noch Bogdan Fink von der Radrennbahn in Novo Mesto, ob er eventuell, wenn ich dann dort wäre, er für ein kleines Treffen Zeit hätte, um über die Bahn etwas zu plaudern. Leider musste er mir absagen, da er am geplanten Tag meines Eintreffens bei der Bahn in Novo Mesto in Lubjanja sein musste, um dort die Slowenische Radrundfahrt 2018 zu promoten. Außerdem teilte er mir mit, dass ich die Bahn sowieso nicht befahren könne, da diese zur Zeit umgebaut, mit neuem Belag ausgestattet und überdacht wird. Kurz kam ich deswegen ins Grübeln, ob ich jetzt wirklich fahren und nicht vielleicht einfach wo anders hinfahren sollte, zum Beispiel zur Bahn ins Tschechische Brno? Die Wettervorhersagen nach Slowenien waren nicht die besten, die nach Tschechien aber auch nicht!


Am Montag den 14. Mai um sieben Uhr morgens nahm ich den Weg nach Novo Mesto in Angriff. Ich stieg auf und fuhr. Angepeiltes erstes Ziel war die 170 Km entfernte Stadt Trofaiach in der Steiermark. Der erste Teil der Strecke bis nach Steyr war mir gut bekannt. In Steyr versorgte ich mich dann erstmal mit etwas Reiseproviant, da ich genau diesen aus unerdenklichen Gründen in meinen Vorbereitungen vergessen hatte. Weiter ging es über den Ennstalradweg, der teilweise schöne Streckenabschnitte aufweist, bis rein nach Hieflau. Bis dorthin war das Wetter gnädig! Schön langsam begann es zu regnen und in Eisenerz umhüllten tiefhängende Regenwolken mich und den Erzberg. Ich rief meinen Freund in Trofaiach an, dass er noch mit mir rechnen könne und ob wir uns abends gemeinsam ein Bierchen gönnen würden? Er lud mich zu ihm und seiner Frau nachhause ein und mir blieb dankenswerterweise die Checkerei für eine Unterkunft erspart. Ich mühte mich über den Präbichl am Erzberg vorbei und jagte danach im strömenden Regen runter bis nach Trofaiach.

Wer mich bei meiner Tour unterstützen möchte, kann dies via meines paypal-moneypools @ride53-2018 eintakten: https://paypal.me/pools/c/811OU4EyXz

So sieht im Moment mein Tour-Jersey aus, also ein wenig Platz für Sponsoren gäb's noch!

Freitag, 29. September 2017

Heute in einem Jahr

Seit meinem letzten Eintrag hat sich einiges getan! Die Projekt-Broschüre ist einigermaßen fertig und geht nun Schritt für Schritt zu potentiellen Sponsoren raus. Jetzt mal als dt Version, eine englische folgt asap. Hier die Broschüre:
Einfach auf full screen gehen, dann sollte auch alles schön lesbar sein. Wenn ihr denkt jemanden zu kennen, der mich bei meinem Vorhaben unterstützen möchte, einfach den issuu-link verwenden. Eine Unterstützung konnte ich bereits für mein Projekt gewinnen. Dazu aber mehr, wenn alles unter Dach und Fach ist. Ich stehe zur Zeit relativ gut im Training, obwohl ich in einem 40 Stunden Job bin. Was die Strecke betrifft, so habe ich mich entschieden gegen den Uhrzeigersinn, wie in einem Velodrom, zu fahren. Also entgegengesetzt zur beschriebenen Strecke im Eintrag zuvor. Außerdem werden nicht nur die drei Velodrome von Wroclaw, Belfast und Dublin angefahren, denn an der Strecke liegen an die 25 bis 30 Radbahnen und Velodrome, die entsprechend eingeplant werden müssen. Das Zeitkorsett von 53 Tagen wird für das Vorhaben enger und enger. Die Motivation ist hoch und der Zuspruch zum Projekt immer mehr. Heute in einem Jahr, den 29. September 2018, sollte ich gerade ein paar Stunden zurück in Linz sein und viele Geschichten vom ersten Teil von "Through Europe in 53 days" erzählen können. Alles Liebe & baba Johannes